Bedienungsanleitung Thorens TD 280

Thorens TD 280




Auspacken und Zusammenbau

Entnehmen Sie zunächst dem oberen Teil der Styroporverpackung das Steckernetzteil, die Filzfüsse für die Abdeckhaube und eventuell die Befestigungsschrauben für das Tonabnehmersystem. Dann nehmen Sie aus der Verpackung die Haube, Plattenteller mit Matte und das Chassis des Plattenspielers. Damit die Oberfläche des Chassis nicht zerkratzt, werden die Filzstückchen auf die vorderen Eckkanten der Haube geklebt.
Im unteren Teil der Verpackung liegen Antriebsriemen, Tonarmgegengewicht, Adapter für Singles.
Für Versand und Umzug bewahrt man die Transportverpackung mit Styropor auf.
Unter dem Antriebsteller entlastet ein Kartonstück das Tellerlager für die Dauer des Transports, es wird entfernt..
Der Antriebsriemen  wird um Motoraufsatz und Antriebsteller gelegt
Der Originalriemen trägt den Thorens Schriftzug. Er soll im  Betrieb lesbar umlaufen. Die Finger sollten fettfrei und sauber sein, ebenso Riemenscheibe (Pulley) und die Lauffläche des  Innentellers.  Zum Reinigen eignet sich ein Lappen mit Spiritus. In der Praxis hält der Riemen 4-6 Jahre.
Die Prozedur ist bei allen Thorens Plattenspielern ähnlich, wie zum Vergleich das Bild vom TD 2001 zeigt.

Nun wird der äußere Plattenteller aufgesetzt mit der  Matte, Gummi bei früheren Modellen, Filz bei späteren.
Schrauben Sie das Gegengewicht im Uhrzeigersinn von hinten auf das Tonarmrohr. Die Skala muß von vorn lesbar sein.
Die Staubschutzhaube wird in die Scharnierteile  des Chassis eingeschoben. Die Reibungswerte der Scharnierteile lassen sich mit den 2 Befestigungsschrauben einstellen. Damit hält die Haube auch in gewünschten Zwischenpositionen.

Elektrische Anschlüsse und Aufstellen des Gerätes

Der Plattenspieler kann mit dem richtigen Steckernetzteil an Ihrer Netzspannung betrieben werden. Kontrollieren Sie die Netzspannungsangabe auf Ihrem Netzteil. Der Niederspannungsstecker wir in die Buchse hinten am Plattenspieler eingesteckt.
Das Signalkabel mit den beiden Steckern für L und R werden an den Phonoeingang des Verstärkers angeschlossen, zusätzlich  das Erdungskabel an das Verstärkergehäuse (Erdungsklemme GND), damit es nicht brummt.
Sollten doch Brummstörungen auftreten, können die Ursachen bei defekten Verbindungen liegen, oder das Tonabnehmersystem ist falsch angeschlossen. Wenn der Tonabnehmer in der Nähe eines Netztransformators betrieben wird, könnte dessen Streufeld in den Tonabnehmer einwirken. Bei hinreichendem Abstand wird das Brummen belanglos. Eine Entkopplung vom Lautsprecher wird ebenfalls vorausgesetzt, um Rückkopplungen zu vermeiden.

Einstellung der Auflagekraft

10mN (milliNMewton) =1 p (pond) = 1 g Gramm)
Zunächst wird das Tonabnehmersystem mit Tonarm durch das Gegengewicht ausbalanciert. Der Plattenspieler wird dazu  eingeschaltet und der Lift wird abgesenkt. Der Tonarm wird aus der Halterung genommen, zwischen Tonarmraste und Plattentellerand gebracht. Durch Verdrehen des Gegengewichts wird der Tonarm in Waage gebracht. Das Gegengewicht A wird festgehalten und die Skala B wird so verdreht, daß die 0  auf der Markierung steht. Für die Einstellung des Auflagedrucks wird das gesamte Gegengewicht in Richtung Tonarmlager geschraubt, der Auflagedruck in Pond  kann an der Skala abgelesen werden. Orientoieren Sie sich an der Empfehlung des Herstellers, oder stellen Sie einenWert im oberen Drittel des vom Hersteller empfohlenen Bereichs ein. Ein zu geringer Auflagedruck kann nicht nur Abtastverzerrungen verursachen, sondern auch den Verschleiß erhöhen.
Eine stets saubere Nadel ist eine gute Voraussetzung für sauberes Abtasten.
Einstellen der Antiskatingkraft
Die Reibung der Nadel mit der Rille erzeugt eine Zugkraft F in Rillenrichtung, die sich in eine Komponente F1 in Tonarmrichtung durch das Lager und eine Komponente Fs auf dem Radius zerlegt vorstellen läßt.  Fs wird als Skatingkraft bezeichnet und mit einer speziellen Vorrichtung annähernd kompensiert. Die Anti-Skatingkraft kann an der dazugehörigen Skala eingestellt werden, die Orientierung erfolgt am Auflagedruck. Thorens empfielt, elliptische Nadeln oder Spezialschliffe mit bis zu 30 % erhöhter Antiskatingkraft zu kompensieren, beim Naßabspielen mit bis zur halben Kraft reduziert. Die Antiskatingkraft wird variiert, wenn  nur in einem Kanal Verzerrungen auftreten. Es liegt in der Natur der Antiskatingkraft , daß beim Absenken der Tonarms nach aussen zieht, erst wenn die Nadel in der Rille liegt, ist das Gleichgewicht zur Anti- mit der Skatingkraft hergestellt.
Bedienung
Mit dem links angebrachten Drehknopf (1) wird die Geschwindigkeit angewählt , mit dem Startknopf (2) rechts daneben wird der Antrieb gestartet. Mit dem Liftknopf (3) kann man dann den Tonarm an beliebiger Stelle absenken und wieder anheben. Im Bereich der Endrille wird eine schnelle Bewegung die Endabschaltung auslösen und den Tonarm anheben. Soll der Tonarm nahe der Auslaufrille abgesenkt werden, kann durch Drücken des Startknopfes vorübergehend das Abschalten verhindert werden.
Mit dem Abschalten am Ende der Schallplatte geht der Tonarm hoch und der Motor bleibt stehen. Der Liftknopf geht in die Ruhestellung zurück.
Der Plattenspieler kann auch manuell bedient werden, indem mit dem  Lift der Tonarm angehoben wird und von Hand in seine Ruheposition geführt wird. Der Geschwindigkeitswahlschalter darf dabei in der 33  oder 45 Position stehen bleiben. Schaltet man hier auf die "Stop" Position, würde ebenfalls die Endabschaltung aktiviert (während die Regelelektronik  wegen der Drehzahlstabilität immer in Bereitschaft eingeschaltet bleibt).

Einbau und Justage des Tonabnehmersystems
Der Tonarm ist universell für alle Tonabnehmer mit 1/2 " Befestigung (halb Zoll) ausgelegt. Mit der original Justageschablone kann der Tonabnehmer leicht  justiert werden.
Sowohl in der Höhe (eventuell mit den beiliegendenden Unterlegplättchen ausgleichen) als auch in der Achse des Tonarmkopfes kann das System justiert werden. Zunächst wird das System locker befestigt, dann parallel zu der Kante wie gezeigt parallel ausgerichtet. Die Spitze am Kopf und die Nadel am System sollten dabei senkrecht übereinander stehen. 
Anmerkung: In der Praxis sind die Distanzstücke (P) eher fragwürdig, die geringe Verbesserung der Geometrie steht einem größeren Verlust an Festigkeit gegenüber.
Die Anschlußlitzen werden auf die Kontaktstifte am Tonarm gesteckt.
Gemäß internationaler Norm  wird zugeordnet :
weiß - links Signal
blau - linker Kanal Abschirmung
rot - rechts Signal
grün - rechter Kanal Abschirmung Nach dem Einbau wird der Tonarmkopf auf das Tonarmrohr (bis zum Anschlag) geschoben. Zu diesem Zeitpunkt stellt man zweckmäßig den Auflagedruck ein (Ausbalancieren des Tonarms, Einstellung am Gegengewicht , die Antiskatingeinrichtung bleibt vorerst noch auf 0-Stellung).


Solange die seitliche Schraube gellockert ist, kann der Tonkopf so gedreht werden, daß der Tonabnehmer senkrecht auf der Rille steht (V). Mit einem Spiegel fällt ein kleiner Winkelfehler sofort auf. Nach dem Ausrichten wird die seitliche Schraube wieder fest angezogen.
Die Einstelllehre wird zur Einstellung des Spurwinkelfehler-Minimums benutzt. Bei aufgelegter Schallplatte wird die Schablone über die Mittelachse gesteckt, und der Tonarm wird abgesenkt, dabei soll das Tonabnehmersystem mit den Kanten zu den Linien der Schablone fluchten. Die Nadel muß dabei den Schnittpunkt im Kreis treffen. Eventuell muß das System noch so verschoben werden, daß der Justagepunkt auf der Schablone getroffen wird. Dabei muß mit der nötigen Vorsicht gearbeitet werden, um eine Beschädigung der empfindlichen Nadel zu vermeiden. Nach dem Ausrichten werden die Systemschrauben fest angezogen. Nun erfolgt eine Überprüfung des Auflagedrucks und eine endgültige Einstellung von Auflagedruck und Antiskating.
Die Liftbank läßt sich in der Höhe verstellen, eine seitliche Imbusschraube muß dazu gelöst werden. Aufgrund der Geometrie hat eine Verstellung von 1 mm einen Höhenunterschied non mehreren Millimetern. Wegen der Auswirkungen der Hebelkräfte sollten Gegengewicht/Auflagedruck normal eingestellt sein.

Der Plattenspieler reagiert auf den Untergrund, ein geeigneter Tisch, oder spezielle Plattform kann dem Klang sehr zugute kommen.



Tonarme, Einstellungen und Schablone